‘Musical offering’ reviewed in Bach Magazin

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Matthias Hengelbrock reviewed our CD ‘Musical offering’ for Bach Magazin, the publication of the Bach-Archiv, Leipzig

In ihrer mittlerweile auf elf CDs angewachsenen Serie beleuchten die Bach Players den musikalischen und geistesgeschichtlichen Kontext von Bachs Musik. Im vorliegenden Fall wird das Musikalische Opfer mit einer Triosonate Dieterich Buxtehudes kombiniert, wobei die Verbindung bzw. Überschneidung nicht nur in der Gattung der Triosonate zu sehen ist, sondern auch in der Tatsache, dass beide Werke aus vierzehn Teilen bestehen. Dies wiederum könnte mit der Institutio oratoria des römischen Rhetoriklehrers Quintilian zusammenhängen, in der die fünf klassischen Redeteile unter vierzehn Aspekten behandelt werden und die auch zu Buxtehudes und Bachs Zeiten noch die Grundlage des Latein- und Rhetorikunterrichts war. Silas Wollston, im vorliegenden Projekt der führende Kopf der Bach Players, knüpft in seiner praktischen Einrichtung des Musikalischen Opfers an einen entsprechenden Aufsatz von Ursula Kirkendale (1980) an, ohne die Gegenposition (v. a. von Christoph Wolff und Peter Williams) zu verschweigen. Es ist eben ein solch redlicher Umgang mit den Quellen und der Sekundärliteratur, die das Konzept dieser Produktion so sympathisch macht.

Hinzu kommt, dass die musikalische Umsetzung äußerst gelungen ist. Marion Moonen (Traversflöte), Nicolette Moonen (Violine), Reiko Ichise (Viola da gamba) und Silas Woolston (Cembalo) spielen mit makelloser Technik und schönem Ton, sind in ihrer kontrapunktischen Analyse sehr klar und lassen zugleich, wo es angebracht ist, die teils virtuosen, teils expressiven Aspekte der Musik nicht zu kurz kommen. So bringen sie im dritten Satz der Triosonate des Musikalischen Opfers sehr schön zur Geltung, wie der alte Bach der Generation seiner Söhne ein Lehrstück des empfindsamen Stils präsentiert, während Buxtehudes Stück bei ihnen hörbar vom Geist des Stylus phantasticus erfüllt ist. Sehr zu empfehlen!

Bach Magazin, Herbst/Winter 2017–18